Kaffee Ernte

Je nach der geographischen Lage sind die Erntezeiten für Kaffee unterschiedlich beziehungsweise spielen Klima, sowie die Höhenlage und vor allem die Jahreszeit in den jeweiligen Anbaugebieten eine wichtige Rolle. Die Haupterntezeiten sind in Brasilien zwischen Mai und September, während in Zentralamerika die Erntezeit zwischen Oktober und März liegt.

In Asien wird Kaffee in den Monaten von November bis April gepflückt und in Afrika wiederum von Oktober bis April- wie man sieht liegen diese Zeiten eigentlich genau in den teilweise Herbst und Wintermonaten, wenn man es von deutschen Verhältnissen her betrachtet.

Die Säcke werden zu 60kg abgefüllt, was bedeutet, dass ca. 100 Arabica-Bäume abgeerntet werden müssen. Diese müssen jedoch schon gut tragend sein, um auf diese Summe zu kommen. Um ein optimales Ernteergebnis zu erzielen, werden nur die vollreifen Kirschen einzeln mit der Hand gepflückt. Diese Methode kostet zwar sehr viel Zeit und ist enorm arbeitsaufwändig, doch dafür ist die Qualität auf höchstem Niveau.

Diese Pflückmethode wird alle 8-10 Tage wiederholt. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Kirschen abgeerntet werden. Die andere Methode ist die Strip-Pflückung. Das heißt bei diesem Vorgang werden sowohl die Kirschen als auch die Blätter mit abgestreift. Diese Art geht im ersten Moment natürlich schneller, als die herkömmliche, bedeutet aber dass die Kirschen wieder aussortiert werden müssen. Dieses Verfahren wird in Gebieten angewandt, wo keine Pflücker zur Verfügung stehen.

Dies wirkt sich natürlich auch auf die Qualität des Kaffees aus. Wobei man bei der Handpflückmethode niemals sagen kann wie viel an einem Tag geerntet wird, da dies ja nach den Bedingungen abhängig ist. Es kann sein, das ein Pflücker an einem Tag zwischen 50 und 100kg erntet, was wiederum ein reines Ergebnis bringt von ungefähr 10-20kg Kaffee.

Doch frische geerntete Kaffeebohnen sind nur äußerst begrenzt lagerfähig, deshalb muss die Weiterverarbeitung so schnell wie möglich weiter gehen. Entweder werden die Kaffeebohnen von Hand oder mittels einer Maschine von Verunreinigungen befreit. Diese Maschine ist dafür zuständig, dass das Fruchtfleisch von den Bohnen abgequetscht wird, jedoch bleibt die schützende Schleimschicht, sowie die Pergamenthülle noch erhalten.

Das Fruchtfleisch wird jedoch von den Bohnen getrennt. Das wichtigste bei diesem Vorgang ist jedoch dabei, das die Bohnen nicht später als 24 Stunden zur Nassaufbereitung kommen, eine optimale Zeit ist innerhalb von 12 Stunden sogar. Im Schwemmkanal und durch Siebung werden die Bohnen weitergeleitet in das Fermentationsbecken.

Hier drin wird durch den Gärungsprozess die Pergamenthaut und der Restschleim gelöst und somit lässt sich dieser Rest abwaschen. Der Fermentationsprozess kann von 12-36 Stunden reichen, je nach Begebenheiten abhängig. Ein wichtiges Kriterium ist die absolute Sauberkeit der ganzen Maschinerie, denn wenn der Fermentationsprozess zu lange dauert, ist die Kaffeebohne überfermentiert und das ergibt die gefürchtete Stinkerbohne.

Obwohl es vielleicht für einen Laien nicht unbedingt vorstellbar ist, kann so eine Stinkerbohne eine ganze Kaffeepartie verderben. Das heißt der Kaffee muss weg geworfen werden. Das ist ungefähr so, wie wenn man einen Kuchen zubereiten will, der jede Menge Eier enthält und man diese aufklopft und in die Schüssel zu den übrigen Zutaten zufügt.

Doch eines dieser Eier war faul und man hat es nicht gleich gemerkt. Faule Eier stinken entweder bestialisch eben faul oder nach Heu. Wenn einem so etwas passiert kann man alle Zutaten ebenfalls wegwerfen, weil sonst würde der ganze Kuchen danach schmecken.

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